Maria Treben, die „Apothekerin Gottes“

Wer sich mit Heilkräutern befasst, wird über kurz oder lang auf Maria Treben stoßen, geboren 1907. Ihr Buch Gesundheit aus der Apotheke Gottes war schon vor Jahrzehnten ein Bestseller. Die Auflage ging in die Millionen. In den letzten Jahren ist es ziemlich ruhig um das Wissen der im Jahre 1991 verstorbenen Autorin geworden. 

Vielleicht weil der Zeitgeist modernere, trendigere Inhalte fordert? Oder weil sich Maria Treben mit ihren Aussagen eher auf ihre Erfahrung und ihr Bauchgefühl verlassen hat als auf wissenschaftliche Grundlagen? In Wikipedia wird die Stiftung Warentest zitiert: „Ihr Schöllkraut-Rezept gegen Leber- und Gallenleiden ist eine Anleitung zur Vergiftung. Der Ratschlag, Ohnmächtigen einen Esslöffel Schwedenbitter einzuflößen, ist lebensgefährlich.“

Fest steht, bei manchen Heilkräutern, die für schwere Erkrankungen eine Lösung versprechen, lag Maria Treben nicht nur einmal daneben. Dennoch ist es immer noch empfehlenswert, im neu aufgelegten Nachfolgeband Heilkräuter aus dem Garten Gottes Anregungen zu suchen, da er viele altbewährte Hausmittel und Hilfestellungen versammelt, die leicht verständlich und gut geordnet sind. Getreu dem österreichischen Motto „Hüft’s nix, (so) schodt’s nix“ (Auch wenn es nicht hilft, so schadet es nicht). 

Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen! Dieser altbekannte Spruch, oftmals Pfarrer Kneipp zugeschrieben, durchzieht das Buch, das mit den Heilkräutern allgemein beginnt – in vielen farbigen Zeichnungen –, mit Methoden wie Aufguss, Tee, Wickel und Fußbad fortfährt und nach Themen geordnet die Heilkräuter aufzählt, die eine jeweilige Krankheit lindern sollen. Vieles davon beruht auf Maria Trebens langjährigem Erfahrungsschatz und zahlreiche dieser Erfahrungen sind durch Sebastian Kneipp und eine riesige Menge einfacher alter Volksrezepte gespeist. Bei jeder Empfehlung sind leicht verständliche Anweisungen zu Mengen und Anwendungsdauer zu finden.

Ein Beispiel: Die Empfehlungen gegen Arthritis lauten Beinwell-Essenz, eine Blätterauflage von Wirsingkohl, Brennnessel-Tee, Ringelblumen-Salbe, Zinnkraut und ein Zinnkraut-Sitzbad sowie ein kleiner Schwedenbitter. Das oft genannte Zinnkraut (Ackerschachtelhalm) ist nicht zu verwechseln mit dem giftigen Geschwisterkraut, dem Sumpfschachtelhalm.

Die Anzahl an Hausmitteln, die unter dem Namen der Autorin verkauft werden, ist beachtlich. Der Schwedenbitter ist dabei das bekannteste (siehe Rezept ohne Alkohol Seite 72 im Dr. Switzers Natürlich gesund leben-Magazin-07). Vielleicht auch, weil dieses Elixier verspricht, ein Allheilmittel gegen mehr als 60 Leiden zu sein, von Wunden bis hin zur Pest. 

Heilkräuter aus dem Garten Gottes: Guter Rat aus meiner Kräuterbibel für Gesundheit und Wohlbefinden,

TB, 240 Seiten, Ennsthaler Verlag, 19,00 Euro

Aus: Dr. Switzers Natürlich gesund leben-Magazin-07

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